2

Drei Klavierstücke


1983-84 | Dauer: 5'

UA: Musikhochschule Köln | 22. Mai 1984
Randall Bush

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10

mirlitonnades

pour petite flûte
1991 | Dauer: 3'

UA: Akademie Schloss Solitude Stuttgart | 1. März 1991
Pierre-Yves Artaud

Mirliton ist eine Membran, die zwischen den Fingern gehalten wird und die die Stimme des Dagegensprechenden oder -singenden mitschwingend umfärbt (Grashalmblasen). Eine zusätzliche Bedeutung hat der Mirlitonvers, mit dem ein anspruchsloser Allerweltsvers gemeint ist, ein Vers, »nicht der Rede wert ist«. Meiner kurzen Komposition liegt ein solcher Allerweltsvers von Samuel Beckett aus dessen Sammlung »Mirlitonnades/Flötentöne« (1978) zugrunde: »rêve / sans fin / ni trêve / a rien«. Karl Krolow übersetzte dies mit »Traum / ohne Enden / und nichts / in Händen« und Elmar Tophoven mit »Träume endlos und rastlos von nichts«.

  • CD Stimmhaft. Werke für Flöte solo. Astrid Schmeling. WERGO Schott Music ARTS 81132. 2008.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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12

Choral

für Stimme und fünf Instrumente
1991 | Dauer: 8'

Kompositionsauftrag der Stadt Schwäbisch Gmünd
Sopran, Harfe, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass
Text: Dieter Schlesak
UA: Johanniskirche Schwäbisch Gmünd | 24. August 1991
Sinfonietta Tübingen, Stefan Blunier

Choral: Inbegriff des Religiösen, Erhabenen, Feierlichen und Archaischen …
Aus verschiedenen Perspektiven (Historie, Aura, Material, Kompositionstechnik usw.) wendet sich meine Musik dem zu, was vielleicht heute unter einer geistlichen Musik verstanden bzw. nicht verstanden werden könnte. Ich habe Choral 1991 für das Schwäbisch Gmünder »Festival Europäische Kirchenmusik« komponiert.

  • CD Musica sacra nova II. SDR SACD 9027-3. 1992.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.
  • Arpad Dobriban. In aller Stille. 16-mm-Film. 1992.

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14

Szenen, Standbilder

für vier Instrumente
1992, 1993-95 | Dauer: 12'

Klarinette, Posaune, Violoncello, Klavier
UA: Institut für Neue Musik Freiburg | 18. Januar 1995
Quartett Avance

»Solche unscheinbaren, geringen und zufälligen Eindrücke enthalten für mich die ganze Einsicht in den tatsächlichen Zustand, in dem unser Leben sich befindet, der uns umgibt. (…) Um das klarzustellen: ich meine nicht eine Identifikation, sondern ich meine, daß solche winzigen, schnell vorbeispringenden Eindrücke Sinnbilder sind. In ihnen drängt sich plötzlich und unvermutet die ganze auseinandergesprengte Realität zusammen. (…) Zwischen diesen überaus präzisen, aber gar nicht oft wahrgenommenen Standbildern und Szenen (…) bewegen sich glitzernde Einfälle, Laute …« [aus: Rolf Dieter Brinkmann, »Rom, Blicke«]

  • Konzertmitschnitt DLR 1996.
  • CD Internationale Ferienkurse für Neue Musik 1998, Col Legno wwe 2cd 20055. 2000.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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15

duo pianism

für zwei Klaviere
1993 | Dauer: 9'

UA: Städtische Museen Heilbronn | 29. August 1993
James Avery und Sven Thomas Kiebler

In duo pianism werden von den 2 x 84 zur Verfügung stehenden Klaviertasten nur 2 x 6 Tasten verwendet, verteilt über die gesamte Klaviatur. Diese Eingrenzung rückt Wesentliches in den Vordergrund: ein Ton gespielt auf zwei scheinbar gleichen Instrumenten, ein Ton gespielt mit und ohne Pedalisierung, mit und ohne Resonanzen, schnell und langsam repetiert, ein unendlicher Ton …

  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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16

… Zitate, Berührungen …


1993, revidiert 2000 | Dauer: 9'

Kompositionsauftrag der Stuttgarter Tage für Neue Musik 1993
Bassklarinette, Harfe, Kontrabass, Schlagzeug und Zuspiel-CD
Text: Arno Schmidt
UA: revidierte Fassung: Cave Dîmiere Paris | 5. März 2000
Ensemble L'itinéraire

Zeitgleich zu Auszügen aus Arno Schmidts freier Rede »Vorläufiges zu Zettels Traum« (1969) finden weitere Ereignisse in Form von Sprache und Musik statt: Klangzitate aus verschiedenen Arno Schmidt-Romanen, eine Triobesetzung, die Giacinto Scelsis »Okanagon« (1968) zitiert, eine eingeblendete Zwischenmusik …
Ich habe … Zitate, Berührungen … 1993 im Auftrag der »Stuttgarter Tage der Neuen Musik« zum Thema »Literatur & Musik« komponiert, im Jahr 2000 um ein Bassklarinettensolo erweitert und über weitere Hinzufügungen denke ich immer wieder einmal nach.

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17

Standlinien

für Orgel solo
1985, rev. 1994 | Dauer: 3 x 2:30'

UA: St. Lucia Stolberg (Rheinland) | 16. November 1994
Andreas Rosenberger

In der Navigation bestimmt man mittels sogenannter Standlinien seine eigene Position, wird der Standort als Schnittpunkt zweier oder mehrerer Standlinien gefunden. Mein Stück besteht aus drei grifftechnisch identischen Versionen, die sich jeweils durch eine andere, festgelegte Registerauswahl unterscheiden. Im Sinne einer Art Ortsbestimmung soll zwischen den Versionen eine andere Musik erklingen oder sich etwas anderes ereignen.

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19

Alter Klang

Lesestück
1995


23

Noch nicht – Nicht mehr

für Stimmen und Zuspiel-CD
1998, revidiert 2014 | Dauer: 13'

Kompositionsauftrag des Vocalensemble Kassel
Sopran 1 – 3, Alt 1 – 4, Tenor 1 – 3, Bass 1 – 3 (ein- oder mehrfach besetzt)
Text: Vilém Flusser
UA: Martinskirche Kassel | 13. Juni 1998
Vocalensemble Kassel, Hans Darmstadt

»Trotzdem: Wenn auch zu letztlichem Scheitern verurteilt, so wie die Weisen und Wissenschaftler, sind wir dennoch fähig, mit unserem eigenen Scheitern zu spielen.« (Vilém Flusser)

Vielleicht hat der in diesem Satz formulierte Widerspruch mich zu einer Partitur geführt, in »der Zufall sich zufällig in Absicht umstülpen« könnte. Folglich ist die Rolle der Sänger ungewiss und die klangliche Realisation von Noch nicht – Nicht mehr weniger in einer strikten Befolgung des Notentextes zu suchen. Nachzugehen ist vielmehr dem leuchtenden Klangreichtum der menschlichen Stimme. Zu finden, auszuwählen und auszuschöpfen sind die vielfältigen individuellen Ausdrucksmöglichkeiten von *** über Atem, Luftgeräusch, ..., Flüstern, Sprechen bis hin zu Summen und Singen. Dabei ist nicht das Absolute als vielmehr das Da-Zwischen zu suchen und das in einem zwar nicht unbekannten aber wechselhaften, unbeständig-klingendem Umfeld. Ich habe Noch nicht – Nicht mehr 1998 für die Kasseler Musiktage »Visionen gegen die Zeit« komponiert.

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24

Zählergesang

für Ensemble
1997 | Dauer: 11'

Piccoloflöte, Klarinette, Xylorimba (auch Radio), Violine, Violoncello, Klavier
UA: Kunsthaus Zürich | 4. Dezember 1997
Ensemble für Neue Musik Zürich, Jürg Henneberger

»Nachts, am besten zwischen 2 und 3, wenn's sehr stille ist, singt der Elektrozähler – man kann minutenlang davorstehen, mit geschlossenem Munde, gekniffenen Augen: […].« (Arno Schmidt)

  • Konzertmitschnitte hr 2006 und WDR 2009.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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25

FOND III

für Bassflöte (auch Radio), Violoncello und Klavier
1998 | Dauer: 12'

Kompositionsauftrag der Stiftung Museum
Schloß Moyland / Sammlung van der Grinten / Joseph Beuys Archiv des Landes NRW

Bassflöte (auch Radio), Violoncello und Klavier
UA: Museum Schloß Moyland | 27. November 1998
Wolpe Trio

Mit FOND hat Joseph Beuys mehrere Installationen und Environments aus den Jahren 1966 bis 1980 betitelt. Bei diesen Arbeiten handelt es sich um Objektkomplexe, die auf verschiedene physikalische Phänomene anspielen. FOND III (1969) sind neun monumentale Filzplatten-Batterien jeweils gedeckt von einer gleichgroßen Kupferplatte: – -- … die Vorstellung von gespeicherter Energie ...

  • Konzertmitschnitt DRS Schweiz 2008.

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26

(Bruch)Stück(e)

für sechs Instrumente
1999 | Dauer: 9'

Kompositionsauftrag des WDR Köln für das Festival »Archipel«
Flöte, Oboe, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello
UA: Funkhaus Wallrafplatz Köln | 29. Januar 2000
Ensemble Recherche

Notizen aus meinem Arbeitsbuch: – – – … eine Folge musikalischer Momente … dabei nach einem inneren und äußeren musikalischen Zusammenhang oder Zusammenhalt fragen – – – Bruchstücke = den Spalt zwischen den Momenten als gegeben hinnehmen … ein ganzes Stück: vielleicht den Spalt zwischen dem einen oder anderen Moment mit Ahnungen, Vermutungen und Erfindungen ausfüllen … oder alles nachträglich zusammenfügen – – – »Falls Umfang oder Ton des Werkes den Leser zu der Annahme führen sollten, der Autor habe eine Summe angestrebt: ihn schnellstens darauf hinweisen, dass er vor dem umgekehrten Versuch steht, nämlich dem einer unerbittlichen Subtraktion.« (Julio Cortázar, Rayuela) – – –

  • Konzertmitschnitte WDR 2000 und hr 2004.
  • CD 13. und 14. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik 1999/2000. Dokumentations-CD. Hg. Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzm).
  • CD Musik in Deutschland 1950–2000, Spiel-Kritik-Parodie, Instrumentale Kammermusik. Deutscher Musikrat RCA. 2007.

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27

Abdruck

für 5 Sprecher, 41 Instrumentalisten und Zupiel-CD
2000-01 | Dauer: 13'

Kompositionsauftrag des hr Frankfurt am Main
5 Spr. – 2.0.3.2. – 0.2.2.1. – 0.3. – Hrf. Klav. – Str.: 0.0.10.8.6
Text: Rainer Maria Rilke
UA: Sendesaal des Hessischen Rundfunks Frankfurt am Main | 9. März 2001
Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Sian Edwards

Gedanklicher Ausgangspunkt von Abdruck war, ein Stück zu schreiben, das sowohl die Möglichkeiten als auch die Unmöglichkeiten eines Orchesterapparates thematisiert. In dieser Situation zeigt sich das widersprüchliche Bild des Abdrucks: die Berührung mit dem Ursprung (der Fuß, der sich im Sand eindrückt) und der Verlust des Ursprungs (die Abwesenheit des Fußes in seinem Abdruck). Was klingt, versteht sich als beides: einerseits die Konzentration auf einzelne, wenige Klänge und Geräusche und andererseits deren Abwesenheit im alles überflutenden, ständig zunehmenden Krachpegel unserer Umwelt. Während meiner Arbeit an Abdruck fiel mir zufällig ein Ausstellungskatalog mit den »Wandabnahmen« von Dorothee von Windheim in die Hände. Dort fand ich ihren Hinweis auf die in meinem Stück verwendete »Mauerpassage« aus Rainer Maria Rilkes Tagebuchroman »Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge«.

  • Konzertmitschnitte hr 2001 und SWR 2006.
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28

kommen – Überschreibungen für 5 Stimmen


2001 | Dauer: 13'

Kompositionsauftrag der Schola Heidelberg
Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bass
Text: Emma H., Prinzhorn-Sammlung Heidelberg
UA: Prinzhorn-Museum Heidelberg | 13. September 2001
Schola Heidelberg, Walter Nußbaum

1909 schreibt die an Schizophrenie und Katatonie erkrankte Emma H. mehrere Briefe an ihren Mann und fordert ihn auf, sie aus der Psychiatrischen Anstalt herauszuholen. In mehreren Kolonnen notiert sie mit Bleistift in winziger Schrift mehrfach übereinander nur einzelne Wörter (»kommen«, »komm« oder »Herzensschatzi komm«, …), die nun kaum mehr entziffert werden können, aber in ihrer Variation von Dichte und Helligkeit eine geradezu plastische Sogwirkung entfalten. Alles was in meinem Stück klingt, ist auf unterschiedliche Weise diesen obsessiven Überschreibungen von Emma H. verbunden. Dabei geht es mir nicht um eine expressive Interpretation dieser unmittelbar berührenden Ausgangssituation, vielmehr habe ich bewusst versucht diese zu umgehen, sie zu modulieren, um dann in Bereiche vorzustoßen, die nicht mehr unter einem unmittelbaren Ausdruck zu subsumieren sind. Ich habe kommen – Überschreibungen für 5 Stimmen für ein Konzert zur Museumseröffnung der Heidelberger Prinzhorn-Sammlung komponiert.

  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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32

Schnitt & Fortsetzung

für Flöte, Harfe, Gitarre, Klavier und Pauke
2003 | Dauer: 11'

Kompositionsauftrag der HGNM Hannover
Flöte, Harfe, Gitarre, Klavier und Pauke
UA: Eisfabrik Hannover | 24. September 2003
Ensemble l'art pour l'art

Beeindruckt von Rolf Dieter Brinkmanns Tagebuch »Schnitte« (1973) und angeregt durch Matthias' Pauke habe ich Schnitt & Fortsetzung für das Ensemble l'art pour l'art komponiert.

  • Konzertmitschnitt WDR 2009.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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34

und aber. Musik für Streichquartett


2004 | Dauer: 14'

Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW
UA: Orangerie Darmstadt | 17. August 2004
Kairos Quartett

Ein Streichquartett zu komponieren bedeutet, sich in ein Spannungsfeld von Traditionsbezug und Traditionsverwerfung zu begeben. Sowohl der scheinbar widersinnige Titel und aber (einem Gedichtband des Lyrikers Felix Philipp Ingold entnommen) als auch drei weitere Zitate, die ich in der Partitur dem Notentext vorangestellt habe, verweisen auf die paradoxe Situation heutigen Streichquartettkomponierens: »etwas anfangen, als setze man etwas fort« (Jürgen Becker), »im Rückspiegel immer nie Erinnern« (Felix Philipp Ingold) und »du entfernst dich in eine Gegenwart, die woanders ist« (Jürgen Becker).

  • Konzertmitschnitt hr 2004.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.
  • CD Darmstadt Aural Documents Box 3 – Ensembles. NEOS 11230. 2016.

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35

Zug um Zug

Drei Hörübungen, auszuführen während und nach einer Bahnfahrt
2004


37

Madrigal

für Ensemble
2005-06 | Dauer: 14'

Kompositionsauftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Sopran, Bassflöte, Baritonoboe, Kontrabassklarinette,
Große Trommel, Klavier, Violine, Viola, Violoncello
Text: Antonio Tabucchi
UA: Orangerie Darmstadt | 6. August 2006
Petra Hoffmann, Ensemble recherche

Allgemein könnte man formulieren, dass der Akt des Musikhörens stets ein Akt permanenten Erinnerns ist, da klingende Musik Vergehen selbst ist und im Moment des Erklingens sich Vergangenes und Zukünftiges als Gegenwart verknüpfen. Während der Arbeit an Madrigal suchte ich aber nach musikalisch-kompositorischen Möglichkeiten, die über den grundsätzlichen Erinnerungsakt im Musikhören hinaus Gedächtnisbilder auslösen können. Mein Stück bezieht und stützt sich dabei auf Antonio Tabucchis Katalogtext »Messaggio dalla penombra« (»Botschaft aus dem Halbdunkel«) zu Bildern seines Malerfreundes Davide Benati. Im Text nähert sich Tabucchi dem kaum mitteilbaren Übergang zwischen »Auge offen/Auge geschlossen« an, also jenem kurzen Augenblick am Rand des Verschwindens und einer damit verbundenen schemenhaften Erinnerung.

  • Konzertmitschnitt SWR 2006.

Partitur in Überarbeitung

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38

Stück=Werk

für verschiedene Instrumentenkombinationen
2006-... | Dauer: variabel

Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW
Trompete, Posaune, Schlagzeug (2), Gitarre, Klavier und Violoncello (Stand: 2019)

Notiz f: Schlz. (2 Spieler)
Notiz i: Tp. Pos. – Schlz. (2 Spieler) – Git. Klav. – Vc.
Notiz m: Tp. Pos. – Schlz. (2 Spieler) – Git. Klav. – Vc.
Notiz s: Tp. Pos. – Schlz. (2 Spieler)  – Git. Klav. – Vc.
Notiz y: Schlz. (2 Spieler)  – Klav. – Vc.

UA:
Notizen i und s: Sporthalle am Böllenfalltor Darmstadt | 14. August 2006 | Ensemble Ascolta
Notiz m: Theaterhaus Stuttgart | 28. Juli 2007 | Ensemble Ascolta
Notiz y: E-Werk Freiburg im Breisgau | 28. Februar 2010 | Ensemble SurPlus Freiburg
Notiz f: Theaterhaus Stuttgart | 17. Juli 2010 | Boris Müller und Martin Homann, Schlagzeug

Stück=Werk ist ein Musik-Notizbuch. Hier sind aus verschiedenen Zeiten Gedanken versammelt, die im Mittelpunkt meiner musikalischen Arbeit standen bzw. noch stehen. Von Zeit zu Zeit werden den bereits vorhandenen Notizbucheintragungen neue Anstöße und Zitate, Spiegelgespräche über das Handwerk und Kommentare zu Vorgefundenem hinzugefügt. Stück=Werk ist formal offen: das bedeutet, dass die einzelnen Notizen jeweils in beliebiger Anzahl und Reihenfolge gespielt werden können und die Buchstaben, die die Notizen überschreiben, keine Abfolge für eine Aufführung vorgeben.

  • Konzertmitschnitte hr 2006 und SWR 2007.

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39

Trio. Studie für Klavier, Violine und Violoncello


2007 | Dauer: 14'

Kompositionsauftrag der Landeshauptstadt München für die Veranstaltungsreihe der Münchener Biennale »Klangspuren Plus«
UA: Black Box München | 21. März 2007

Mit und aber. Musik für Streichquartett habe ich mich 2004 erstmalig mit einer zentralen kammermusikalischen Gattung des 19. Jahrhunderts kompositorisch auseinandergesetzt. Mein Trio. Studie für Klavier, Violine und Violoncello ist nun eine weitere Arbeit zu diesem Thema im Spannungsfeld von Traditionsbezug und Traditionsverwerfung.

  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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40

Nachlauschen

Zwischenmusik, auszuführen beim Warten, Pausieren und/oder Wandeln in einem Theaterfoyer
2007


41

ahto. Musik für 8 Instrumente


2008 | Dauer: 12'

Flöte, Englischhorn, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Posaune, Kontrabass
UA: Zehntscheuer Rottweil | 19. April 2008
Ensemble Aventure

Ein Stück für 4 Holz-, 3 Blechbläser und Kontrabass zu komponieren ist eine doppelte Herausforderung. Da ist zuerst das faszinierende »Octandre« (1923) des Klangvisionärs Edgard Varèse. Darüber hinaus hat dessen außergewöhnliche Kombination von acht Instrumenten zunächst etwas Widerspenstiges, nichts, was bestimmte Strukturen von sich aus schon nahe legt. Erst in der eingehenden Beschäftigung, im Prozess des Komponierens hat sie in mir eine eigene Dynamik entfaltet.
Der Titel ahto, der beinahe wie eine Zauberformel erscheint, bezeichnet vor allem schlicht die Anzahl der beteiligten Instrumentalisten: acht (nach dem althochdeutschen Begriff).

  • Konzertmitschnitt SWR 2008.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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42

Stratton

für Ensemble
2009 | Dauer: 12'

Kompositionsauftrag des WDR Köln
Flöte, Klarinette, Fagott, Horn, Posaune, Schlagzeug, Klavier, Viola, Kontrabass
UA: Funkhaus Wallrafplatz Köln | 28. März 2009
Ensemble Aventure, Bernhard Wulff

Auf dem III. Internationalen Psychologenkongress 1896 in München hatte George M. Stratton von einem mehrtägigen Selbstversuch mit einem Linsensystem berichtet, das die Lage des Netzhautbildes im Augenhintergrund um 180° umdrehte. Strattons Fragestellung lautete, ob das gegenüber der Außenwelt umgekehrte Netzhautbild eine notwendige Bedingung für das Sehen der Dinge in aufrechter Lage sei. Er verneinte dies, ließ dabei aber offen, ob die Welt mit Umkehrbrille auf dem Kopf stand oder ob sich sein Gehirn daran erinnerte, wie die Welt vorher ausgesehen hatte. Stratton für Ensemble ist eine erste kompositorische Versuchsanordnung zu einer (umgekehrten?) Wahrnehmung und Wahrnehmungs-Interpretation.

  • Konzertmitschnitt WDR 2009.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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43

Trio 3

für Bassetthorn, Bassklarinette und Klavier
2009 | Dauer: 12'

Kompositionsauftrag des hr Frankfurt am Main
Bassetthorn, Bassklarinette und Klavier
UA: Sendesaal des Hessischen Rundfunks Frankfurt am Main | 21. November 2009
Bärmann Trio

Trio 3 sehe ich als labyrinthische Fortsetzung meiner kompositorischen Arbeiten und aber. Musik für Streichquartett (2004) und Trio. Studie für Klavier, Violine und Violoncello (2007) im Spannungsfeld von Traditionsbezug und Traditionsverwerfung. Gedanklicher Ausgangspunkt der Komposition ist Bruno Madernas Vorstellung einer Unauflöslichkeit der Verflechtung von musikalischer Vergangenheit und Gegenwart. Das Stück habe ich für das Neue-Musik-Festival des hr-Sinfonieorchesters »Klangbiennale_2 Satellit Maderna« komponiert.

  • Produktion hr 2010.
  • CD Michael Reudenbach. Szenen, Standbilder. Werke 1991–2009. Edition RZ Berlin, Reihe »Parallèle«. 2013.

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44

Still

für fünf Instrumente
2012-13 | Dauer: 13'

Kompositionsauftrag des Ensemble l'art pour l'art
Gitarre, Harfe, Cymbalon, Klavier, Kontrabass
UA: Sendesaal des Norddeutschen Rundfunks Hannover | 17. Mai 2013
Ensemble l'art pour l'art

Der Titel Still verweist weniger auf den Aspekt einer musikalischen Lautstärke, als vielmehr auf die schwankend-ungenauen Klangmomente, die zwischen den Tönen ihre Spuren hinterlassen. Jene unablässigen und unauffälligen »Wandlungen nimmt man nicht nur nicht wahr, sondern sie geschehen selber unversehens, ohne auf sich aufmerksam zu machen, ›in der Stille‹.« (François Jullien)

  • Konzertmitschnitt NDR 2013.

Partitur in Überarbeitung

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45

white radiation. LichtKlang-Abtastungen

für Roboter, Objekte und 16 Streicher
2013-14 | Dauer: 53'

Kompositionsauftrag der Philharmonie Luxembourg und des Orchestre Philharmonique du Luxembourg
7 Violinen, 4 Violen, 3 Violoncelli, 2 Kontrabässe
UA: Philharmonie Luxembourg | 20. November 2014
Solistenensemble Kaleidoskop Berlin

white radiation. LichtKlang-Abtastungen war eine Gemeinschaftsproduktion zwischen dem Stuttgarter Lichtkünstler Joachim Fleischer und mir für die Luxemburger »rainy days 2014«, die unter dem Thema »switch the light on« standen. Bei der Entstehung und Umsetzung der Musik war auch das Berliner Solistenensemble Kaleidoskop wesentlich beteiligt.

  • Michael Reudenbach. white radiation. LichtKlang-Abtastungen – Werkstatttext über eine Gemeinschaftsarbeit. In: MusikTexte. Heft 151. Köln 2016, S. 55–59.

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47

5 Raumetüden

für Stimmen
2015-16 | Dauer: 14'

Kompositionsauftrag Klangforum Heidelberg
Alt, 2 Tenöre, 2 Bässe
UA: Tankturm Heidelberg | 26. Februar 2016
Schola Heidelberg, Walter Nußbaum

Die 5 Raumetüden bestehen zu einem wesentlichen Teil aus verbalen Anweisungen. Dabei spielt einerseits der Raum als Raum eine Rolle sowie andererseits die Bedingungen, unter denen Musik in bestimmten Aufführungs- und Hör-Orten gemacht werden kann. Da mich beide Aspekte 2015 mit Blick auf eine noch zu schreibende großformatige Auftragskomposition beschäftigten, sind die Etüden in einem ursprünglichen Wortsinn als »Studien« innerhalb eines kompositorischen Prozesses zu verstehen. Ihre einzelnen Titel (Linie – quer – Modulation – unendlich – Messung) sind eine Mischung aus geometrischen und musikalischen Begriffen. Die 5 Raumetüden habe ich für die Schola Heidelberg zu deren Einzug in ihr neues Domizil Tankturm geschrieben.

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48

Fragmente ohne Titel

für 2 x 3 Instrumente
2016 | Dauer: variable, mind. 9'

Kompositionsauftrag des Ensemble Aventure mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW
Klavier, Schlagzeug, Bassklarinette – Viola, Violoncello, Kontrabass
UA: Elisabeth-Schneider-Stiftung Freiburg im Breisgau | 2. Juli 2016
Ensemble Aventure Freiburg

Fragmente ohne Titel ist die kompositorische Auseinandersetzung mit sich wechselseitig beeinflussenden Verhältnissen von Verschwinden und Erscheinen, In-die-Welt-Setzen und Aus-der-Welt-Nehmen, Aufbauen und Abbauen, Fixieren und Löschen. Die Musik für 2 x 3 Instrumente habe ich für das Festival »30 Jahre Ensemble Aventure« geschrieben.

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49

Hossdorfs Laboratorium

5 Modellversuche für Ensemble in einem 360°-Konzertraum
2016-17 | Dauer: 26'

Kompositionsauftrag ZeitRäume Basel – Biennale für neue Musik & Architektur
Flöte, Englischhorn, (Bass-)Klarinette, 2 Klaviere, Violine, Viola, Violoncello
UA: Maurerhalle Basel | 21. September 2017
Solistes de l’Ensemble Contrechamps Genève

Hossdorfs Laboratorium war zuerst die Herausforderung, mit einer mir neuen Aufgabenstellung fertig zu werden, nämlich einen 360°-Konzertraum mit zentralen Hörpositionen musikalisch- kompositorisch denken zu lernen. Eine erste musikalische Spur zu Hossdorfs Laboratorium wurde mit der Entscheidung gelegt, das »Gitter-Projekt« (360°-Konzertraum mit zentralen Hörpositionen) im Rahmen der Biennale für neue Musik und Architektur 2017 in der Maurerhalle der Allgemeinen Gewerbeschule Basel stattfinden zu lassen. Innerhalb der sieben Bauten umfassenden Schulanlage (1956-61) von Hermann Baur beeindruckt die Maurerhalle mit ihrer fast 10 m hohen großflächigen Verglasung und ihrer spektakulären Betonfaltwand/-decke. Auf den dafür verantwortlichen Bauingenieur Heinz Hossdorf (1925–2006) machte mich der Architekt Quintus Miller bei einer Ortsbesichtigung aufmerksam.

Hossdorf hatte 1957 im Alter von 32 Jahren ein privates Modellversuchslaboratorium gegründet, in dem er zusammen mit weiteren Ingenieuren und Physikern sowohl verschiedene Materialien wie Beton, Stahl, Holz oder Kunststoff untersuchte, als auch in aufwendigen Belastungsversuchen an maßstabsgetreuen Modellen komplexe Schalentragwerke experimentell erforschte.

In meinem Stück spielt die Physiognomie des Aufführungs- und Hör-Ortes, der ein in die Maurerhalle eingebauter Raum ist, ebenso eine wesentliche Rolle wie auch die Erkundung der historischen Zusammenhänge, die gleichsam hinter der Maurerhalle aufscheinen. Darüber hinaus werden die Bedingungen, unter denen Musik in diesem außergewöhnlichen musikalisch-architektonischen Koordinatensystem überhaupt gemacht werden kann, Gegenstand der künstlerischen Untersuchungen.

Hossdorfs Laboratorium ist eine konzeptuelle Arbeit, die teilweise aus Kommunikationsanweisungen besteht. In fünf Modellversuchen werden verschiedene Hör- und Aufführungskonstellationen in dem speziellen Baseler-360°-Raum ausprobiert. Von Hossdorfs Experimentierfreude angeregt, taste ich als Nicht-Fachmann des Ingenieurwesens einige seiner Ideen und Gedanken in Bezug auf Musik ab. Alles was zu hören ist, sind mögliche Beispiele meines Abtastens.

  • Anna Katharina Scheidegger. Gitter-Bau Film. 2018

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50

( ... )

für 24 Stimmen
2019 -... | Dauer: ca. 30'

Kompositionsauftrag des SWR für ECLAT – Festival Neue Musik Stuttgart
Sopran 1 – 4, Alt 1 – 4, Tenor 1 – 4, Bass 1 – 4
Text: Jürgen Becker
UA: Theaterhaus Stuttgart | ... 2022 | SWR Vokalensemble Stuttgart, Bas Wiegers |

Regie: Hans-Ulrich Becker

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51

( ... )

für Orchester
2017 -...

Kompositionsauftrag musica viva München