UA: Musikhochschule Köln | 22. Mai 1984
Randall Bush
UA: Akademie Schloss Solitude Stuttgart | 1. März 1991
Pierre-Yves Artaud
Mirliton ist eine Membran, die zwischen den Fingern gehalten wird und die die Stimme des Dagegensprechenden oder -singenden mitschwingend umfärbt (Grashalmblasen). Eine zusätzliche Bedeutung hat der Mirlitonvers, mit dem ein anspruchsloser Allerweltsvers gemeint ist, ein Vers, der »nicht der Rede wert ist«. Meiner kurzen Komposition liegt ein solcher Allerweltsvers von Samuel Beckett aus dessen Sammlung »Mirlitonnades/Flötentöne« (1978) zugrunde: »rêve / sans fin / ni trêve / a rien«. Karl Krolow übersetzte dies mit »Traum / ohne Enden / und nichts / in Händen« und Elmar Tophoven mit »Träume endlos und rastlos von nichts«.
Klarinette, Posaune, Violoncello, Klavier UA: Institut für Neue Musik Freiburg | 18. Januar 1995
Quartett Avance
»Solche unscheinbaren, geringen und zufälligen Eindrücke enthalten für mich die ganze Einsicht in den tatsächlichen Zustand, in dem unser Leben sich befindet, der uns umgibt. (…) Um das klarzustellen: ich meine nicht eine Identifikation, sondern ich meine, daß solche winzigen, schnell vorbeispringenden Eindrücke Sinnbilder sind. In ihnen drängt sich plötzlich und unvermutet die ganze auseinandergesprengte Realität zusammen. (…) Zwischen diesen überaus präzisen, aber gar nicht oft wahrgenommenen Standbildern und Szenen (…) bewegen sich glitzernde Einfälle, Laute …« [aus: Rolf Dieter Brinkmann, »Rom, Blicke«]
UA: Städtische Museen Heilbronn | 29. August 1993
James Avery und Sven Thomas Kiebler
In duo pianism werden von den 2 x 84 zur Verfügung stehenden Klaviertasten nur 2 x 6 Tasten verwendet, verteilt über die gesamte Klaviatur. Diese Eingrenzung rückt Wesentliches in den Vordergrund: ein Ton gespielt auf zwei scheinbar gleichen Instrumenten, ein Ton gespielt mit und ohne Pedalisierung, mit und ohne Resonanzen, schnell und langsam repetiert, ein unendlicher Ton …
Kompositionsauftrag der Stuttgarter Tage für Neue Musik 1993 Bassklarinette, Harfe, Kontrabass, Schlagzeug und Zuspiel-CD Text: Arno SchmidtUA: revidierte Fassung: Cave Dîmiere Paris | 5. März 2000
Ensemble L'itinéraire
Zeitgleich zu Auszügen aus Arno Schmidts freier Rede »Vorläufiges zu Zettels Traum« (1969) finden weitere Ereignisse in Form von Sprache und Musik statt: Klangzitate aus verschiedenen Arno Schmidt-Romanen, eine Triobesetzung, die Giacinto Scelsis »Okanagon« (1968) zitiert, eine eingeblendete Zwischenmusik … – Ich habe … Zitate, Berührungen … 1993 im Auftrag der »Stuttgarter Tage der Neuen Musik« zum Thema »Literatur & Musik« komponiert, im Jahr 2000 um ein Bassklarinettensolo erweitert und über weitere Hinzufügungen denke ich immer wieder einmal nach.
UA: St. Lucia Stolberg (Rheinland) | 16. November 1994
Andreas Rosenberger
In der Navigation bestimmt man mittels sogenannter Standlinien seine eigene Position, wird der Standort als Schnittpunkt zweier oder mehrerer Standlinien gefunden. Mein Stück besteht aus drei grifftechnisch identischen Versionen, die sich jeweils durch eine andere, festgelegte Registerauswahl unterscheiden. Im Sinne einer Art Ortsbestimmung soll zwischen den Versionen eine andere Musik erklingen oder sich etwas anderes ereignen.
Kompositionsauftrag der Stiftung Museum
Schloß Moyland / Sammlung van der Grinten / Joseph Beuys Archiv des Landes NRW
 Bassflöte (auch Radio), Violoncello und Klavier UA: Museum Schloß Moyland | 27. November 1998
Wolpe Trio
Mit FOND hat Joseph Beuys mehrere Installationen und Environments aus den Jahren 1966 bis 1980 betitelt. Bei diesen Arbeiten handelt es sich um Objektkomplexe, die auf verschiedene physikalische Phänomene anspielen. FOND III (1969) sind neun monumentale Filzplatten-Batterien jeweils gedeckt von einer gleichgroßen Kupferplatte: – -- … die Vorstellung von gespeicherter Energie ...
Kompositionsauftrag der HGNM Hannover Flöte, Harfe, Gitarre, Klavier und Pauke UA: Eisfabrik Hannover | 24. September 2003
Ensemble l'art pour l'art
Beeindruckt von Rolf Dieter Brinkmanns Tagebuch »Schnitte« (1973) und angeregt durch Matthias' Pauke habe ich Schnitt & Fortsetzung für das Ensemble l'art pour l'art komponiert.
Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW UA: Orangerie Darmstadt | 17. August 2004
Kairos Quartett
Ein Streichquartett zu komponieren bedeutet, sich in ein Spannungsfeld von Traditionsbezug und Traditionsverwerfung zu begeben. Sowohl der scheinbar widersinnige Titel und aber (einem Gedichtband des Lyrikers Felix Philipp Ingold entnommen) als auch drei weitere Zitate, die ich in der Partitur dem Notentext vorangestellt habe, verweisen auf die paradoxe Situation heutigen Streichquartettkomponierens: »etwas anfangen, als setze man etwas fort« (Jürgen Becker), »im Rückspiegel immer nie Erinnern« (Felix Philipp Ingold) und »du entfernst dich in eine Gegenwart, die woanders ist« (Jürgen Becker).
Kompositionsauftrag der Landeshauptstadt München für die Veranstaltungsreihe der Münchener Biennale »Klangspuren Plus« UA: Black Box München | 21. März 2007
Mit und aber. Musik für Streichquartett habe ich mich 2004 erstmalig mit einer zentralen kammermusikalischen Gattung des 19. Jahrhunderts kompositorisch auseinandergesetzt. Mein Trio. Studie für Klavier, Violine und Violoncello ist nun eine weitere Arbeit zu diesem Thema im Spannungsfeld von Traditionsbezug und Traditionsverwerfung.
Kompositionsauftrag des hr Frankfurt am Main Bassetthorn, Bassklarinette und Klavier UA: Sendesaal des Hessischen Rundfunks Frankfurt am Main | 21. November 2009
Bärmann Trio
Trio 3 sehe ich als labyrinthische Fortsetzung meiner kompositorischen Arbeiten und aber. Musik für Streichquartett (2004) und Trio. Studie für Klavier, Violine und Violoncello (2007) im Spannungsfeld von Traditionsbezug und Traditionsverwerfung. Gedanklicher Ausgangspunkt der Komposition ist Bruno Madernas Vorstellung einer Unauflöslichkeit der Verflechtung von musikalischer Vergangenheit und Gegenwart. Das Stück habe ich für das Neue-Musik-Festival des hr-Sinfonieorchesters »Klangbiennale_2 Satellit Maderna« komponiert.
Kompositionsauftrag des Ensemble l'art pour l'art Gitarre, Harfe, Cymbalon, Klavier, Kontrabass UA: Sendesaal des Norddeutschen Rundfunks Hannover | 17. Mai 2013
Ensemble l'art pour l'art
Der Titel Still verweist weniger auf den Aspekt einer musikalischen Lautstärke, als vielmehr auf die schwankend-ungenauen Klangmomente, die zwischen den Tönen ihre Spuren hinterlassen. Jene unablässigen und unauffälligen »Wandlungen nimmt man nicht nur nicht wahr, sondern sie geschehen selber unversehens, ohne auf sich aufmerksam zu machen, ›in der Stille‹.« (François Jullien)
Partitur in Überarbeitung